Was Sie beim Feuerwerk beachten müssen

Was Sie beim Feuerwerk beachten müssen Foto: Kay Nietfeld

Finger weg von illegaler Ware

Raketen, Batteriefeuerwerke, Fontänen, Knallkörper: In der Silvesternacht lassen es die Deutschen ordentlich krachen. In diesem Jahr begann der Verkauf von Feuerwerkskörpern bereits am 28. Dezember, weil der 29. Dezember - laut Gesetz der eigentliche Verkaufsstart - auf einen Sonntag fiel. Die Schattenseite: Jedes Jahr verletzen sich zahlreiche Menschen, weil sie Böller unvorsichtig nutzen oder illegale Feuerwerkskörper zünden. Viele Verletzungen und Schäden lassen sich vermeiden, wenn man diese Tipps beachtet.

  • Was Knallkörper anrichten können, zeigt dieses Handmodell der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM).

Besonders gefährlich sind illegale Feuerwerkskörper aus Osteuropa. Sie sehen oft harmloser aus, als in Deutschland zugelassene Ware, sind aber hochexplosiv. Was die verbotenen Böller anrichten können, demonstrieren Vorführungen der Feuerwehr oder des Bundesamtes für Materialforschung und -prüfung (BAM), bei denen die Explosion die Hand einer lebensgroßen Puppe zerfetzt. Zum Vergleich: Wird ein geprüfter Böller versehentlich in der Hand gezündet, kommt es laut BAM nur zu leichten Verbrennungen. Doch auch hier gilt: Rechtzeitig vor dem Gebrauch die Gebrauchsanweisung und die Sicherheitshinweise lesen.
Tipps für sicheres Knallen:

  • Auf das Prüfzeichen achten. Der Verkauf von Feuerwerkskörpern der Kategorie F2 (Batterien, Böller, Raketen, Verbundfeuerwerk) ist dieses Jahr vom 28. bis 31. Dezember erlaubt. Achten Sie beim Kauf auf das CE-Zeichen sowie die aufgedruckte Registrierungsnummer. Sie besteht aus zwei vierstelligen Zahlen plus F2, zum Beispiel 0589-F2-1234. Fehlen diese Angaben, sollten Sie die Finger von den Feuerwerkskörpern lassen. Verwenden Sie niemals selbst gebastelte Böller.
  • Zeitliche Beschränkungen berücksichtigen. Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern ist nur in der Zeit vom 31. Dezember bis einschließlich 1. Januar erlaubt. Das Böllern in der Nähe von Krankenhäusern, Kirchen, Kinder- und Altenheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern oder Tankstellen ist grundsätzlich verboten.
  • Altersbeschränkung beachten. Böller, Raketen und Verbundfeuerwerk der Kategorie F2 dürfen nur an Personen ab 18 Jahren verkauft werden. Feuerwerkskörper der Kategorie F1 wie etwa Wunderkerzen, Knallerbsen und Tischfeuerwerk sind für Kinder ab 12 Jahren zugelassen. Trotzdem sollten Eltern das Abbrennen beaufsichtigen. Auch die Feuerwerkskörper der Kategorie F1 sind mit einem Prüfsiegel gekennzeichnet.
  • Keine Schusswaffen verwenden. Die Verwendung von Signalmunition und Seenotrettungsraketen sowie das Abschießen von Munition aus Schusswaffen aller Art als Silvesterknallerei ist gefährlich und verboten.
  • Fenster und Türen geschlossen halten. Schließen Sie in der Silvesternacht sämtliche Fenster und Lüftungsklappen Ihrer Wohnung. Auch Lager, Betriebsräume, Ställe, Schuppen und Garagen sollten geschlossen sein, damit keine Raketen oder Böller hineinfliegen und Brände auslösen können.
  • Immer nach draußen gehen. Die meisten Feuerwerkskörper dürfen nur im Freien angezündet werden. Das Abbrennen in Wohnräumen, Treppenräumen, an geöffneten Fenstern und auf Balkonen ist gefährlich und eine häufige Brandursache.
  • Genügend Abstand halten. Feuerwerkskörper wie Kanonenschläge oder Böller niemals in der Hand halten, sondern auf den Boden legen und mit "langem Arm" anzünden, danach mindestens acht Meter Abstand halten. In der Hand angezündete Knallkörper nicht unkontrolliert fortwerfen. Handschuhe schützen vor Verbrennungen. Raketen nicht aus der Hand starten, sondern aus Flaschen oder Rohren. Diese am besten in eine Getränkekiste stellen oder in den Boden stecken, damit sie nicht umfallen. Die Raketen müssen ungehindert aufsteigen können. Achten Sie dabei auch auf die Windrichtung. Zielen Sie niemals auf Menschen, Tiere, Gebäude oder Autos.
  • Blindgänger und beschädigte Raketen liegen lassen. Nicht gezündete Feuerwerkskörper nicht erneut anzünden. Häufig kommt es bei Blindgängern zu einer verspäteten Zündung. Nach 30 Minuten in einem Eimer mit Wasser sind Blindgänger unschädlich und können in der Restmülltonne entsorgt werden.
  • Nicht zu viel Alkohol trinken. Zünden Sie kein Feuerwerk, wenn Sie stark alkoholisiert sind. Achten Sie darauf, dass andere nicht zu viel Alkohol getrunken haben, wenn sie mit Böllern und Raketen hantieren.
  • Kinder schützen. Erwachsene sollten Feuerwerksartikel nicht an Kinder und Jugendliche weitergeben. Sprechen Sie mit ihnen über Gefahren in der Silvesternacht. Besonders kleine Kinder sollten während des Feuerwerks unter Aufsicht - am besten in der Wohnung - bleiben.
  • Rücksicht auf Tiere nehmen. Die meisten Tiere mögen den Lärm in der Silvesternacht nicht. Hunde und Katzen etwa haben ein viel feineres Gehör als Menschen, sind also wesentlich empfindlicher. Sie sollten in der Wohnung bleiben, nach Möglichkeit in einem ruhigen Raum. Pflanzliche Mittel können eine beruhigende Wirkung haben. Pferde können wegen der Knallerei in Panik geraten und davonlaufen. Eine ihnen vertraute Person sollte in der Silvesternacht im Stall sein. Auch Tiere in der Natur, etwa Vögel, leiden unter dem nächtlichen Lärm. Daher kein Feuerwerk in Parks und in der Nähe von Bäumen und Gebüsch zünden.
  • Auto vor Glas- und Lackschäden schützen. Stellen Sie ihre Fahrzeuge am besten in einer Garage oder auf einem ruhigen Privatparkplatz ab. Kontrollieren Sie ihr Auto am Neujahrstag auf Schäden: Sind Böller im Radkasten oder im Auspuffrohr gezündet worden? Schäden mit Fotos dokumentieren, bei der Polizei anzeigen und der Versicherung melden. Für Brand- und Explosionsschäden springt meist die Teilkaskoversichering ein. Für Schäden durch herabgefallene Raketen oder mutwillige Zerstörungen kommt in der Regel die Vollkaskoversicherung auf.

    In manchen Städten und Regionen gelten Verbote
    Grundsätzlich ist es verboten, Feuerwerk jeder Kategorie in unmittelbarer Nähe von Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie von Kirchen abzubrennen. Das Verbot gilt auch in unmittelbarer Nähe von Reet- und Fachwerkhäusern. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 50.000 Euro. Wegen der erhöhten Brand- und Verletzungsgefahr haben mehrere Städte und Gemeinden im Norden das Abbrennen von Feuerwerk untersagt, unter anderem gilt ein Verbot rund um die Hamburger Binnenalster und in einigen Teilen der Innenstadt von Hannover.
Quelle (Text): NDR
Quelle (Bild): NDR