Feuerwehrseelsorge / psychosoziale Unterstützung

Donnerstag, 01 Oktober 2015 18:54 / 1426 Aufrufe

Feuerwehrseelsorge / psychosoziale Unterstützung

Was ist das?
Die Feuerwehrseelsorge bietet den Feuerwehren psychologisch-seelsorgerliche Unterstützung an und kooperiert in diesem Bereich u. a. mit kirchlichen Seelsorgern. Unabhängig von der persönlichen weltanschaulichen Überzeugung des Einzelnen bieten qualifizierte Feuerwehrseelsorger den Einsatzkräften ihre Unterstützung bei der Bewältigung belastender Erfahrungen an.

Die Psychosoziale Unterstützung (PSU) ist ein Angebot, das versucht der Psychotherapie zuvorzukommen. PSU ist keinesfalls Therapie, sondern Prävention oder „Hilfe zur Selbsthilfe“. Psychotherapie ist in Deutschland gesetzlich nur Ärzten und Psychologischen Psychotherapeuten erlaubt und die entscheiden auch, wann eine Psychotherapie notwendig ist.

Eine schnelle Psychosoziale Unterstützung reagiert als eine Psychosoziale Notfallversorgung auf akute Ereignisse. Sie wird Menschen angeboten, die ein akutes Ereignis zu verarbeiten haben.

Feuerwehrleute setzen sich Gefahren aus, um Menschen in Not zu helfen. In Extremfällen retten sie Schwerverletzte aus Trümmern, bringen unter Zeitdruck Opfer in Sicherheit oder bergen nur noch Tote. Im Einsatz sehen sie unter Umständen mit an, wie Kameraden, Verwandte oder Freunde zu Schaden kommen. Dies gilt nicht nur für Katastropheneinsätze – jeder Einsatz birgt dieses Risiko. Manchmal sind es auch die Erlebnisse mehrerer Einsätze, die die Seele verletzen. Die Psychosoziale Unterstützung (PSU) hilft den Einsatzkräften deshalb dabei, belastende Eindrücke zu verarbeiten. 

Posttraumatische Belastungsstörung
Schlafstörungen, Reizbarkeit, mangelnde Konzentration oder depressive Stimmung weisen manchmal erst nach einiger Zeit darauf hin, dass die Helfer an einer Posttraumtischen Belastungsstörung (PTBS) leiden. Es ist dringend notwendig, Einsatzkräfte auf schwere seelische Belastungen vorzubereiten und sie während und nach einem Einsatz psychologisch zu betreuen – dies haben schwere Katastrophen wie das ICE-Unglück in Eschede gezeigt. Beim Umgang mit traumatischen Erlebnissen leistet die PSU wertvolle Unterstützung. 

Während des Einsatzes
PSU heißt auch, dass während eines Einsatzes psychologische Unterstützung entsprechend der jeweiligen Lage vor Ort zur Verfügung steht. Dazu ist es notwendig, dass der Einsatzleiter die PSU in die Einsatzstellenstruktur integriert. Sollten Einsatzkräfte im Ernstfall Stressreaktionen über das normale Maß hinaus zeigen, können die Mitglieder dieser Teams psychologische Sofortmaßnahmen ergreifen – indem sie zum Beispiel Gespräche anbieten. 

Nach dem Einsatz
Das PSU-Team steht den Einsatzkräften selbstverständlich auch nach dem Einsatz zur Verfügung. In vielen Fälle helfen intensive Einzel- oder Gruppengespräche, die Erlebnisse psychisch zu verarbeiten. Die geschulten Kräfte erkennen aber auch, wann ihre Hilfe nicht mehr ausreicht und professionelle psychotherapeutische Unterstützung notwendig ist.

Kennen Sie das?
•sind Sie schon einmal von einem Einsatz nach Hause gekommen, den sie nicht so schnell vergessen konnten?
•haben Sie sich danach benommen gefühlt?
•oder war Ihnen übel?
•konnten Sie nicht mehr richtig schlafen?
•oder haben Sie sich zurückgezogen?

Dies sind nur einige Beispiele für mögliche Reaktionen nach einem belastenden Einsatz.
Im Idealfall ist das hohe Niveau der Belastung nach ca. drei Tagen wieder abgearbeitet. Dabei sind eine gute Kameradschaft in der Einheit, ausreichender Schlaf sowie ein gutes soziales Umfeld sehr hilfreich.

Halten solche Belastungsreaktionen jedoch an, oder verschlimmern sich gar, kann das Angebot der Feuerwehrseelsorge / PSU hilfreich sein. Ein geregeltes Einsatznachgespräch kann mit dazu beitragen, dass das hohe Belastungsniveau reduziert wird.


Informationen zu den Betreuungsphasen und den Akteuren der Psychosozialen Notfallversorgung zeigt das folgende Ablaufschema (www.hfuknord.de)


Weitere Informationen über die Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte vor, während und nach belastenden Einsätzen vermittelt die folgende Übersicht (www.hfuknord.de)
Um die unten stehende Übersicht zu vergrößern, klicken Sie bitte mit Ihrem Mauszeiger drauf. 

Wenn Sie unser Angebot in Anspruch nehmen möchten, können Sie uns über die Telefonnummer: 0175 / 95 096 49 zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichen. Oder per Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

- Wir kümmern uns um alles Notwendige in Absprache mit dem Kontaktsuchenden.

- Selbstverständlich bleiben Anliegen und Gesprächsinhalte geschützt!

- Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie Unterstützung brauchen, wir stehen gern für Ihre Fragen bereit.

 

Weitere Informationen unter:

HFUK “Psychosoziale Notfallversorgung – wenn die Seele überläuft”

www.feuerwehrseelsorge.de

www.notfallseelsorge.de

Materialien für Notfallseelsorge-Einsätze

mit Stress-Informationsblättern

für Betroffene und ihre Angehörigen in 16 Sprachen

“Stressflyer Deutsch”

Das PSU – Team