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Rettungsgasse richtig bilden!

Rettungsgasse richtig bilden: So sind die Regeln!
Rettungsfahrzeuge dürfen im Einsatz viele Verkehrsregeln ignorieren, damit sie möglichst
schnell vor Ort sind. Doch dieses Privileg nützt wenig, wenn die Straßen so verstopft sind,
dass kein Durchkommen möglich ist. Aus diesem Grund sind andere Fahrzeugführer dazu
verpflichtet, eine Rettungsgasse zu bilden, um den Einsatzkräften Platz zu machen.


Die Rettungsgasse auf der Autobahn
Auf der Autobahn oder einer autobahnähnlichen Straße muss eine Rettungsgasse bereits in
dem Moment gebildet werden, in dem sich der Verkehr staut und nur noch ein Fahren mit
Schrittgeschwindigkeit möglich ist. Wer hier damit wartet, bis die Einsatzfahrzeuge
anrücken, handelt falsch.

Die Rettungsgasse ist immer zwischen der äußersten linken Fahrspur und der Spur rechts
daneben zu bilden. In Ausnahmefällen darf dazu auch der Standstreifen genutzt werden,
allerdings nur, wenn andernfalls nicht genug Platz ist, um die Einsatzfahrzeuge
durchzulassen, oder wenn die Polizei das Befahren des Standstreifens anordnet.

Nachdem die Rettungsgasse gebildet wurde, muss sie so lange bestehen bleiben, bis der
Stau sich auflöst und wieder schneller als mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden kann.
Es ist verboten, in der Rettungsgasse zu überholen, zu wenden, rückwärts zu fahren oder
einem Einsatzfahrzeug zu folgen. Zudem wird empfohlen, unnötige Spurwechsel zu
unterlassen und einen Rangierabstand zum Vordermann einzuhalten. Die Benutzung der
Rettungsgasse ist ausschließlich den Polizei- und Hilfsfahrzeugen vorbehalten.

Diese Vorschriften finden sich in § 11 Abs. 2 der StVO. Sie gelten für alle Kraftfahrzeuge –
Pkw, Lkw, Motorräder etc. – gleichermaßen.


Fehlverhalten in der Rettungsgasse wird teuer
Wer sich nicht an die Vorschriften in Bezug auf die Rettungsgasse hält, muss mit
empfindlichen Sanktionen rechnen:
Rettungsgasse nicht gebildet: mind. 200 Euro Bußgeld, 2 Punkte in Flensburg, 1
Monat Fahrverbot
Rettungsgasse unberechtigt befahren: mind. 240 Euro Bußgeld, 2 Punkte in
Flensburg, 1 Monat Fahrverbot
in der Rettungsgasse gewendet, überholt oder rückwärts gefahren: mind. 240
Euro Bußgeld, 2 Punkte in Flensburg, 1 Monat Fahrverbot


Die Bußgelder erhöhen sich jeweils, wenn es durch das Fehlverhalten des Fahrzeugführers
zu einer Behinderung, Gefährdung oder gar zu einem Unfall in der Rettungsgasse kam.

Die Rettungsgasse im Stadtverkehr
Gemäß § 11 Abs. 2 StVO gilt die Pflicht zur Bildung einer Rettungsgasse ausschließlich auf
der Autobahn oder auf Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen in einer Richtung.
Demnach sind Fahrzeugführer im Stadtverkehr nicht dazu verpflichtet, eine Gasse zu bilden,
wann immer der Verkehr ins Stocken gerät. Dies wäre auch ziemlich unpraktisch, denn das hieße,
dass bei jeder Rotphase an einer Ampel eine Rettungsgasse gebildet werden
müsste.

Nähert sich allerdings ein Einsatzfahrzeug mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn
sind die Verkehrsteilnehmer selbstverständlich dazu verpflichtet, diesem Platz zu machen. In
vielen Fällen ist auch hier das Bilden einer Rettungsgasse die praktischste Vorgehensweise.

Dazu ein paar Hinweise:


● Nachdem das Fahrzeug zur Seite gefahren wurde, sollte es möglichst parallel zur
Fahrtrichtung ausgerichtet werden. Sonst kann das Heck schräg in die
Rettungsgasse hineinragen und diese blockieren.
● Um Rettungskräften im Einsatz Platz zu machen, ist es erlaubt, trotz roter Ampel
vorsichtig in den Kreuzungsbereich einzufahren. Sollte der Fahrzeugführer dabei
geblitzt werden, kann er bei Erhalt des Bußgeldbescheids sein Verhalten
rechtfertigen, indem er Ort, Datum und Uhrzeit des Rettungseinsatzes angibt.
● Auf Straßen mit nur einem Fahrstreifen pro Richtung müssen Fahrzeugführer wenn
möglich an den rechten Fahrbahnrand fahren. Die Rettungsgasse wird dann in der
Mitte zwischen den beiden Fahrtrichtungen gebildet.


Weitere Informationen zu Rettungsgasse finden Sie unter
https://www.bussgeldkatalog.net/rettungsgasse/.