25.08.16 - Schleswig-Flensburg: Über 3.000 neue Meldeempfänger für die Feuerwehren

Montag, 29 August 2016 02:06 / 1937 Aufrufe

25.08.16 - Schleswig-Flensburg: Über 3.000 neue Meldeempfänger für die Feuerwehren Foto: Nordpresse

Für die Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Schleswig-Flensburg ist ein neues Zeitalter angebrochen: Über 3.000 neue digitale Meldeempfänger wurden in den vergangenen Wochen an die 189 Wehren ausgegeben. Grund dafür ist die Inbetriebnahme eines neuen, eigenen Alarmierungsnetzes, wie Kreis-Ordnungsamtsleiter Rainer Stiemcke erklärt. „Bisher wurde die Alarmierung mit einem gemieteten Netz einer privaten Firma sowie mit unserem eigenen, analogen Netz durchgeführt“, ergänzt er. Der Mietvertrag für die bisherige Lösung lief jedoch im im Jahr 2016 aus - „und letztendlich haben uns sehr viele Beschwerden der Feuerwehr über dieses Netz erreicht“, wie Kreisbrandmeister Mark Rücker ergänzt. Die Einsatzkräfte berichteten von nicht ausgelösten Meldeempfängern bis hin zu mindestens einem Totalausfall des Netzes.

Aufgrund des auslaufenden Mietvertrages und der Unzufriedenheit mit der bisherigen Lösung wurde bereits im Jahr 2014 eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich über andere mögliche Lösungen Gedanken machte.

„Herausgekommen ist dabei, dass die beste und wirtschaftlichste Lösung für uns der Betrieb eines eigenen Netzes ist“, so Stiemcke. Dabei konnten dann auch Synergieeffekte genutzt werden. Da die Einsätze der Hilfsorganisationen im Kreis durch die Kooperative Regionalleitstelle Nord in Harrislee disponiert werden, war der Anschluß an das bereits vorhandene Netz für die Kreise Nordfriesland und die Stadt Flensburg naheliegend.

Ende letzten Jahres wurde damit begonnen, die Alarmierungstechnik mit digitalen Alarmumsetzern (DAU) und den entsprechenden Antennen an insgesamt 18 Standorten im Kreisgebiet zu montieren. „Die Sender sind so positioniert, dass der Ausfall eines Sendemastes immer durch die benachbarten Masten mit abgedeckt werden können“, erläutert Kreisbrandmeister Rücker die Auswahl der Standorte. Zum Vergleich: Das Netz des Anbieters der Mietlösung musste mit vier Sendern auf der gleichen Fläche auskommen.

Auch die 290 Sirenen im Kreisgebiet wurden auf die neue Alarmierungstechnik umgebaut.

Rund 3.000 der neuen Meldeempfänger sind nach Angaben von Fernmelde-Sachbearbeiter Michael Jöns bereits in der Kreisfeuerwehrzentrale in Schleswig programmiert und an die Wehren ausgeliefert worden. „Es fehlen jetzt noch ungefähr 500 Stück, die wir vermutlich in den kommenden zwei Monaten ausliefern können“, erklärt er.

Negative Rückmeldungen zum neuen Alarmierungssystem habe es bisher keine gegeben, wie Mark Rücker bestätigt – im Gegenteil: „Durch die neue Netztechnik die kontinuierliche Erneuerung der Alarmumsetzer auch in Flensburg und dem Kreis Nordfriesland kommt ein Alarm jetzt rund sechs bis acht Sekunden nach der Auslösung durch die Leitstelle auf den „Pagern“ an.

Der Kreis hat in die Technik des Alarmierungsnetzes rund 450.000 Euro investiert – jeder erworbene Meldeempfänger schlägt mit ungefähr 320 Euro zu Buche. „Diese Investitionen werden zur Hälfte aus der Feuerschutzsteuer des Landes gefördert“, wie Stiemcke ergänzt.

Bisher hat der Kreis für die Mietlösung rund 100.000 Euro im Jahr aufbringen müssen – jeder für jeden Meldeempfänger wurden ungefähr 35 Euro Miete pro Jahr fällig.

„Viele Feuerwehren haben sich jetzt entschieden, mehr Meldeempfänger als vorher für die Mitglieder zu beschaffen, da keine Mietkosten mehr anfallen“, wie Michael Jöns bestätigt.

Durch die Schaffung eines einheitlichen Alarmierungsnetzes im gesamten Einsatzraum der Leitstelle sind jetzt alle Feuerwehrkräfte und auch Kräfte des Rettungsdienstes im gesamten Einsatzbereich immer zuverlässig zu erreichen.

Um den datenschutzrechtlichen Anforderungen gerecht zu werden, werden in dem neuen Netz des Kreises alle Alarmierungsmeldungen verschlüsselt ausgestrahlt.

Auch bei der Störungsbeseitigung erwartet der Kreis deutliche Verbesserungen. „Wir haben die Netzhoheit – und können sofort aktiv werden und mit eigenen Kräften und vorgehaltener Austauschtechnik die Störung beheben“, verdeutlicht Rainer Stiemcke einen weiteren, entscheidenden Vorteil des eigenen Netzes.

Quelle (Text): Nordpresse
Quelle (Bild): Nordpresse